Pressespiegel

05.2012, Pro Firma

Wirtschaftsmagazin für Führungskräfte im Mittelstand


Kapital als Schmiermittel

Wachstum aber erfordert Liquidität. „Andernfalls sind die Grenzen der Weiterentwicklung schnell erreicht, und die Firma kann im Extremfall sogar ihre Existenz, gefährden“, sagt Markus Gundermann, Management- und Finanzierungsberater in Hettstadt. Wer schnell wächst, muss oftmals viel investieren. Dafür braucht der Firmenchef Eigenkapital und Sicherheiten. Sind diese nicht mehr ausreichend vorhanden, drehen die Geldgeber den Hahn ab. Deshalb sollte es oberstes Ziel sein, mit einer guten Eigenkapitalbasis zu arbeiten und dabei auch auf die Kosten der Finanzierung zu achten. Denn: „Renditeoptimierung steht nicht nur im Tagesgeschäft, sondern auch bei der Kapitalbeschaffung oben an“, sagt Gundermann.

So wird die optimale Wachstumsfinanzierung bei einem Handelsunternehmen anders aussehen als etwa bei einem Industriebetrieb der Hightech-Branche „Eigenkapitalähnliche Bausteine kennen nur von renditestarken Unternehmen in Zins und Tilgung bedient werden“, erläutert Gundermann. Finanzierungsberater unterscheiden zwischen internem oder organischem Wachstum und jenem, das von außen kommt - also etwa durch Übernahmen oder Akquisitionen. Entsprechend sind die Komponenten der Finanzierung zu wählen. „Wirtschaftlich gut aufgestellte Firmenchefs haben immer mehrere Optionen“, so Gundermann. In der Regel wird es auf einen Finanzierungsmix aus verschiedenen Bausteinen hinauslaufen.

„Beim internen Wachstum führt der erste Weg zur Hausbank und zu den Förderbanken“, sagt Ulrich Viefers, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der Kanzlei WWS Wirtz, Walter, Schmitz in Mönchengladbach. Dabei stehen die Chancen für eine günstige Darlehensfinanzierung gut: „Die Lage am Kapitalmarkt ist deutlich besser als erwartet, bestätige die Staatsbank KfW, die Unternehmer mit speziellen Programmen zur Wachstumsfinanzierung unterstützt. Die Banken hauen danach infolge der Staatsschuldenkrise verstärkt ihre Kreditportfolios im Ausland ab und konzentrieren sich auf das Neugeschäft in Deutschland - aktuell also keine Spur von einer Kreditklemme. „Die Finanzierungsbedingungen am heimischen Markt für Unternehmenskredite sind zurzeit so gut wie lange nicht mehr. Der Wettbewerb unter den Banken um gute Kunden hat Fahrt aufgenommen“, sagt Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe. So sind langfristige Betriebsmittel- und Investitionskredite derzeit für rund fünf bis acht Prozent zu bekommen. Der kurzfristige Kontokorrentzins liegt im Schnitt bei bis zu zwölf Prozent.

 

Korrespondenz mit

Portrait & Vita
Dr. Ulrich Viefers
Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater

Quelle

Pro Firma

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