Pressespiegel

02.2016, Die Welt

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Das müssen Sie beachten, wenn Sie Freunden Geld leihen

Darlehen von Bekannten oder Verwandten haben Vorteile: etwa keine Bonitätsprüfung und niedrige Zinsen. Doch um die Freundschaft nicht aufs Spiel zu setzen gilt es, klare Regeln zu beachten.

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Marktübliche Verzinsung oder schenkungsteuerpflichtige Vergünstigung?

Wer Freunden oder entfernteren Verwandten Geld borgt, kann dabei in eine Steuerfalle geraten: Wird das Darlehen nicht oder nur mit einem symbolischen Prozentsatz verzinst, kann das Finanzamt die entgangenen Zinseinnahmen als Schenkung werten und dafür Schenkungsteuer verlangen.

"Nicht selten stellen sich Verwandte oder Freunde über Jahre Geld zur Verfügung, ohne dafür Zinsen zu berechnen", sagt Stephanie Thomas, Rechtsanwältin und Steuerberaterin bei der Mönchengladbacher Wirtschaftskanzlei WWS. "Die Finanzverwaltung wertet dies als zinslose Darlehensverträge."

Die Grenze zwischen marktüblicher Verzinsung und schenkungsteuerpflichtiger Vergünstigung verläuft dabei fließend: "Bei Privatdarlehen mit einem Zinssatz von bis zu drei Prozent gehen die Finanzbehörden regelmäßig von einer Schenkung aus", sagt die Steuerexpertin. Und auch wenn private Forderungen über einen längeren Zeitraum nicht beglichen werden, könne Schenkungsteuer anfallen.

Für die Steuernachzahlung kann das Finanzamt dann sowohl den Schenker als auch den Beschenkten zur Kasse bitten. Bei Darlehen an die Kinder dürfte dies kaum zum Tragen kommen – hier liegt der Freibetrag bei 400.000 Euro. Aber schon ein größeres zinsloses Darlehen für Schwiegersohn oder -tochter, beispielsweise als Finanzspritze für den Hausbau, ist problematisch: Der Freibetrag beträgt in diesem Fall – genau wie im Fall von Freunden – lediglich 20.000 Euro.

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Quelle: Die Welt

Korrespondenz mit:

Dr. Stephanie Thomas

Dr. Stephanie Thomas

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