Pressespiegel

02.2017, Wirtschaftsnewsletter

Informationsdienst der Wirtschaftsförderung Neuss


Bei Incentives den Fiskus nicht vergessen

Viele Unternehmen setzen Prämien als Leistungsanreiz für ihre Mitarbeiter ein. Schnell hält dabei der Fiskus die Hand auf. Wer es clever anstellt, kann Steuern und Sozialabgaben vermeiden oder deutlich reduzieren.

Im zunehmenden Wettbewerb sind Incentives für Unternehmen ein unverzichtba­rer Leistungsanreiz. Firmen motivieren Mitarbeiter mit Geld- oder Sachprämien, die über die fest vereinbarten Leistungen hinausgehen. Die Crux dabei: Bei Incen­tives können Steuern und Sozialabgaben anfallen. Unternehmen sollten im Vorfeld alle steuerlichen Auswirkungen von Zuwendungen genauestens prüfen, rät die Wirtschaftskanzlei WWS aus Mönchengladbach. Nur so ist gewährleistet, dass Prämien nicht für einen bitteren Nachgeschmack sorgen.

Der Fiskus wertet Incentives als geldwerten Vorteil. Geldprämien gelten als Ar­beitslohn und sind immer steuerpflichtig. Hingegen können Barzuschüsse zu soge­nannten „begünstigten Leistungen“ abgabenfrei sein. Dazu gehört etwa ein Kin­dergartenzuschuss in Höhe der tatsächlich anfallenden Kosten. Firmen können auch Kurse im Rahmen der Gesundheitsvorsorge mit bis zu 500 Euro jährlich be­zuschussen. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme von den Krankenkassen als Präventionsmaßnahme anerkannt und von einem qualifizierten Anbieter durchge­führt wird. Unternehmen sollten Belege wie Beitragsbescheide und Teilnahmebe­scheinigungen immer zusammen mit den Lohnunterlagen aufbewahren.

Sachleistungen an Arbeitnehmer sind innerhalb bestimmter Grenzen abgabenfrei. Dies betrifft etwa Geschenke zu besonderen persönlichen Anlässen wie Geburtsta­ge oder Jubiläen. Der Wert darf jedoch 60 Euro nicht übersteigen. Bei allen ande­ren Sachbezügen besteht eine Freigrenze von 44 Euro je Monat und Empfänger. Schnell ist das Limit überschritten und der gesamte Betrag ist Steuer- und sozial­abgabenpflichtig. So etwa, wenn Firmen Streuwerbeartikel wie Kugelschreiber o­der Schlüsselanhänger verschenken. Solche Zuwendungen sind zwar für Arbeit­nehmer bis zu zehn Euro abgabenfrei. Ihr Wert fließt jedoch bei der Ermittlung der steuerlichen Freigrenze von 44 Euro mit ein, was oft übersehen wird. Gleiches gilt auch für Zinsvorteile aus Arbeitgeberdarlehen. Sie sind zwar grundsätzlich bei Darlehensbeträgen von bis zu 2.600 Euro Steuer- und sozialabgabenfrei, müssen aber bei der Berechnung der monatlichen Freigrenze von 44 Euro einbezogen werden.

Vorsicht ist auch bei der Vergabe von Gutscheinen geboten. Sie gelten als Sach­leistung und sind daher nur innerhalb der Freigrenze von 44 Euro im Monat steu­erfrei. Ob die monatliche Freigrenze eingehalten wird, prüft das Finanzamt anhand des Zeitpunkts der Ausgabe. Wann Empfänger den Gutschein einlösen, ist uner­heblich. Gleiches gilt für Prepaid-Kreditkarten, die den herkömmlichen Papiergut­schein zunehmend ersetzen. Das Kreditkartensystem muss eine Barauszahlung des Guthabens ausschließen. Ansonsten gilt der Betrag als steuer- und sozialab­gabenpflichtige Geldprämie. Der Vorteil von Prepaid-Kreditkarten: Arbeitnehmer können über Monate ihr Guthaben ansammeln und es dann für einen teureren Gegenstand verwenden. Unternehmen sollten jedoch im Blick behalten, ob die Fi­nanzverwaltung diese Praxis auf Dauer akzeptiert.

Für Sachleistungen jenseits der Freigrenze können Unternehmen die Pauschalbe­steuerung in Höhe von 30 Prozent wählen. Sachzuwendungen bleiben dann für Mitarbeiter steuerfrei. Voraussetzung ist, dass die Gesamtsumme aller Aufwen­dungen je Empfänger und Wirtschaftsjahr 10.000 Euro nicht übersteigt. Das Wahl­recht können Firmen bis zum 28. Februar des Folgejahres im Rahmen der Lohn­steuer-Anmeldung ausüben. Die Entscheidung ist für das ganze Kalenderjahr bin­dend. Jedoch können Unternehmen laut einem aktuellen Urteil des Bundesfinanz­hofs die pauschale Versteuerung widerrufen, solange die Lohnsteueranmeldung noch nicht bestandskräftig ist (BFH, Az. VI R 54/15). Firmen müssen ihren Arbeit­nehmern die Wahl der pauschalen Besteuerung mitteilen. Eine besondere Form schreibt der Fiskus dafür nicht vor. In der Regel erfolgt dies jedoch über einen Hinweis in der Lohnabrechnung.

Quelle: Wirtschaftsnewsletter

Korrespondenz mit:

Inka Limberg
Steuerberaterin

Kontakt: 02166 971-278

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